Begeisterndes Kirchenkonzert in Kirschhausen


Chorleiter Richard Trares glänzte in seinem Heimatort mit zeitgenössischer und romantischer Chorliteratur

Bereits vor Beginn des Konzerts strahlten die Augen vieler Zuhörer. Sollte doch der aus ihrem Heimatort Kirschhausen stammende Richard Trares mit seinem Chor in der Heimatkirche St. Bartholomäus auf Einladung von Pfarrer Franz Sachs ein Konzert geben. Die Begeisterung und die Vorfreude waren also groß. Und die Darbietungen der Chöre des Gesangverein Frohsinn 1898 Kirrlach übertrafen alle Erwartungen. Es war eine überzeugende und mitreißende chormusikalische Darbietung. Chorleiter Richard Trares leitet den Frohsinn Kirrlach seit über 30 Jahren und führte den Männerchor, den Frauenchor sowie die Kammerchorensembles des Vereins zu hohen Auszeichnungen auf nationaler und internationaler Ebene. Richard Trares und die Chorgattungen des Frohsinn Kirrlach stellten ihre harmonische und emphatisch zu nennende Zusammenarbeit bei diesem Konzert aufs Schönste unter Beweis.
Ein abwechslungsreiches Repertoire stand am vergangenen Sonntag auf dem Programm.
Der Männerkammerchor eröffnete das Programm mit einem Paukenschlag. Das kraftvolle „Ühte laulu“ des estnischen Komponisten Veljo Tormis ist eine Aufforderung zum Gesang. Die für unsere Ohren ungewohnte Tonalität und Expressivität war wie geschaffen für die starke Akustik des Kirchenbaus und wurde von den 19 Sängern mit Verve dargeboten. Die Aufmerksamkeit der Zuhörer in der vollbesetzten Kirche war mehr als geweckt und man war ganz Ohr für „Peccantem me quotidie“ von Vitautas Miskinis, einem zeitgenössischen lettischen Komponisten, das mit tragenden Cluster-Harmonien das Gebet des Sünders illustriert. Mit „Schäfers Sonntagslied“ von Conradin Kreutzer schloss der Kammerchor seinen ersten Teil ab. Es folgte der Frauenchor mit der „Messe brève“ des französischen Komponisten Leo Délibes mit den Teilen „Kyrie, Gloria, Sanctus, O Salutaris und Agnus Dei“. Die Frauen sangen ausdrucksstark, mit ausgewogenem Chorklang, klaren Sopran- und vollen, kräftigen Altstimmen. Dabei war es eine Freude zu sehen und zu hören, mit welcher Leichtigkeit Chorleiter Trares den Chor auf dem Piano begleitet und dabei gleichzeitig einfühlsam dirigierte. Mit „Ave Maris stella“ von Joseph Rheinberger und „Ave Maria“ von Luigi Cherubini vollendeten die Frauen aus Kirrlach ihren Auftritt. Die Solopartien der Messe und der Chorlieder sang Edna Meyer mit klarem, intonationssicherem Sopran.
Der nun folgende große Männerchor schlug mit der Renaissance-Komposition „O bone Jesu“ von Marc Ingegneri wieder eine neue Facette des Chorgesangs an und brachte die gefühlvolle Dynamik von Pianissimo bis zum Forte zum Klingen. Der Lobgesang „I will praise thee o Lord“ des Norwegers Knut Nystedt wurde mit Frische und Elan vorgetragen. Der Kammerchor leitete dann den Wechsel zur Gattung der Gospels und Spirituals ein. Einer der Höhepunkte dieses Konzerts war sicher das an gefühlvoller Intensität kaum zu übertreffende „When the Lord says come“ von David Poole, bei dem die Männer und Bertram Scholtes mit seinem samtigen Bass-Bariton reihenweise für wohlige Gänsehaut sorgten. Bertram Scholtes moderierte das Konzertprogramm informativ und wortgewandt.
Intensiv und rhythmisch forscher ging es weiter mit „Soon ah will be done“ von William Dawson. Nach dem Spiritual „All my sins“ von Robert Townsend, vorgetragen vom großen Männerchor, folgte Romantik pur mit Franz Schuberts „Im Abendrot“ und Edward Griegs nordisch-markantem „Landerkennung“, bei dem Dieter Grub als Solist das Gebet des Königs Trygvason einfühlsam mit seinem warmen Tenor-Bariton interpretierte.
Der große Gemischte Chor intonierte zum Abschluss dieses schönen Konzertnachmittags Bachs Kantate „Jesus bleibet meine Freude“ und „Bleib bei uns“ von J. Rheinberger. Mit der Zugabe „The Blessing of Aaron“ belohnte der Chor aus Kirrlach das begeisterte und sehr dankbare Publikum. Pfarrer Sachs dankte Chorleiter Richard Trares und den Sängerinnen und Sängern aus dem badischen Kirrlach für dieses wunderschöne Konzert, freute sich über das volle Haus und wünschte sich gerne weitere Fortsetzungen. Der Spendenerlös ging an die Pfarrgemeinde zu Renovierung des Daches des Pfarrheims in Kirschhausen.
(Klaus W. Müller)
(Mit freundlicher Genehmigung des Starkenburger Echo)


Kirchenkonzert Kirschhausen
Foto Dagmar Jährling