Erfolgreicher Auftritt der Kleinen Chöre des Frohsinn Kirrlach vor prominentem Publikum


Konzertbericht mit freundlicher Genehmigung der Weinheimer Nachrichten vom 09.11.2010


L eutershausen. In der dicht besetzten Alten Synagoge zogen die Musiker bei der Benefizmatinee zugunsten der Maria-Montessori-Schule durch ihr exzellentes und hoch künstlerisches Musizieren in ihren Bann. Schon nach den ersten Stücken zeigte spontaner Applaus, dass sich nicht nur ein überaus begeisterungsfähiges Publikum eingefunden hatte, sondern dass auch Gutes tun viel Freude bereitet.

Schirmherr Bürgermeister Manuel Just begrüßte die Gäste und dankte ihnen, dass sie durch ihr Kommen diese Hilfsaktion unterstützen würden. Wie Just erläuterte, liege der Matinee ein Gespräch im Schriesheimer Zehntkeller zwischen Kultusstaatssekretär Georg Wacker, Peter Riehl und Musikdirektor Richard Trares, Leiter der Musikschule Schriesheim, zugrunde. Der Erlös sollte der Außenstelle der Weinheimer Montessori-Schule in Leutershausen zugutekommen.
Sein Dank galt den Mitwirkenden Prof. Roland Kuntze (Violoncello), Wacker (Klavier), Yannick Trares (Klarinette), Richard Trares (Klavier), dem kleinen Männerchor und dem kleinen gemischten Chor vom Gesangverein Frohsinn Kirrlach, die sich in den Dienst der Nächstenliebe stellten. Beim vielversprechenden Programm hätte man sich bei diesem klanglichen Erlebnis in einen großen Konzertsaal versetzt fühlen können. Die Bühne schien kaum Platz zu bieten beim eröffnenden Auftritt des gemischten Chores von Frohsinn Kirrlach, der unter der Leitung von Trares seine Lieder mit viel Freude darbot.
Diesem ausgezeichneten Chor lässt sich nur mit Superlativen beikommen. Denn wie er die Lieder von Johannes Brahms „Im Herbst“ und „Es geht ein leises Wehen“ in der Differenziertheit des musikalischen Ausdrucks rüberbrachte, war Sangeskunst in reinster Form und allererster Güte. Vokale Kammermusik von höchster Qualität, denn Brahm’sche Lieder sind Prüfsteine für Sänger. Sprühend und voller Leben erklang Felix Mendelssohn-Bartholdys „Jagdlied“ und danach unterstrich das Chorwerk „Cantique de Jean Racine“ von Gabriel Faure die zart wirkende Klangsensibilität des gemischten Chores.
In der tongenauen Intonation, im höhensicheren Gesang und in der feinen Abstimmung aller Stimmen zeigte sich die ganze Qualität des gemischten Chores, Meisterchor im Badischen Chorverband.

Es gibt Instrumentalisten, die über eine Tongebung verfügen, von der sich die Zuhörer willig verführen lassen, ohne groß darüber nachzudenken, was nun eigentlich auf dem Programm steht. Der Cellist Kuntze gehört in diese Kategorie. Mit dieser Herangehensweise hatten er und sein in souveräner Gemeinsamkeit agierender Klavierpartner Wacker, Musiklehrer und Orchestermusiker, leichtes Spiel bei der tiefgründig ausgelebten „Sonate E-Dur“ mit den Sätzen Tempo di gavotte, Largo cantabile, Gique - Allegro vivace des durchaus achtbaren gallischen Meisters Francois Francouer, der aber eigentlich eine Randfigur im europäischen Konzert ist.
Musikalität vom Feinsten bewies auch der Klarinettist Yannick Trares, der im Allegro-Satz des „Klarinettenkonzerts Nr. 1“ von Carl Maria von Weber diese schwierige Perle der Romantik strahlen ließ. Elegant und geschmeidig führte der Solist seine Klarinette im 4. Satz Allegro molto aus dem „Fantasiestück für Klarinette und Klavier“ des in der Frühromantik wurzelnden dänischen Komponisten Niels Wilhelm Gade bei gutem Kontakt zum begleitenden Klavierspiel. Große Fingerfertigkeit und flexible Dynamik bewies der Solist beim anspruchsvollen Klarinettensolo „Three Pieces Nr. 3“ von Igor Stravinsky.
Dem Applaus nach zu urteilen scheinen die Chöre vom Frohsinn Kirrlach den Nerv der Zeit zu treffen. Einfach großartig wie der kleine Männerchor unter der Leitung von Richard Trares in lupenreiner Intonation Darius Milhauds „Psalm 121“ und Franz Schuberts Strophenlieder „Grab und Mond“ und „Wein und Liebe“ sowie Camille Saint-Saens prachtvolles und mächtiges Chorwerk „Saltarelle“ servierte.
Gemäßigtere Töne schlug dagegen dann das Duo Kuntze (Violoncello) und Wacker (Klavier) beim verträumt dahinfließenden Adagio aus dem „Konzert D-Dur“ von Joseph Haydn und beim weltberühmten „Nocturne Nr. 4“ von Peter Tschaikowski an, das der Komponist besonders mochte. Großartig das Finale mit der von den beiden Pianisten Trares und Wacker gespielten Suite „Scaramouche“ von Darius Milhaud mit lateinamerikanischen Rhythmen und mit dem phantastischen Schluss-Stück „Brazileira.“ Mit Herzlichkeit applaudierten die Zuhörer, die mit einer Zugabe belohnt wurden.
Den Solisten überreichte Just je ein Präsent, während sich Montessori-Schulleiter Arnulf Amberg im Namen des Fördervereins bedankte.
G. J.



Leutershausen 2010