Liederabend 2013


Jubiläumsliederabend mit zauberhaften Weisen.

Waghäusel-Kirrlach „…und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort“. Mit den Zeilen von Josef Freiherr von Eichendorf, begann Klaus Müller, Vorsitzender des GV Frohsinn Kirrlach, seine launige Moderation für einen mit wunderbaren romantischen träumerischen Weisen geprägten Liederabend, den der 115 jährige Verein im heimeligen aber großzügig gestalteten Ambiente des eigenen Vereinsheims mit allen Chorgattungen veranstaltete. Grund zum Feiern hatte der Frohsinn genug, denn neben dem Geburtstag des Gesamtvereins freute sich die Frohsinnfamilie über 30 jähriges Zusammenwirken mit Musikdirektor Richard Trares.

Der Kammerchor besteht seit 25 Jahren, der Kinderchor 10 Jahre. Ausnahmslos aus jungen Damen besteht der Jugendchor „Polyphonics“, der unter der Dirigation von Bernd Schmitteckert zeitgenössische Künstler aus der Pop-Szene interpretierte. Mit „Just the way you are” von Bruno Mars, “Final Song” aus dem Film Pitch Perfect und “Stay” von Rihanna eröffnete sie sehr einfühlsam, die Lieder-Soiree. Sehr romantisch wurde es beim Frauenchor, der die Themen Liebe, Schönheit Natur und Verlangen besang. Pablo Casals „Nigra sum“ an den Abendstern und übergangslos „Wenn ich ein Vöglein wär“, beide Lieder von Robert Schumann, Mondnacht von Alexis Hollaender, das amerikanische Volkslied von Henk Bedins“ I am a poor wayfaring Stranger und Abendsegen aus der Oper Hänsel und Gretel „Abends will ich schlafen gehen“, Edna Mayer hatte mit ihrer wunderschönen Stimme den Solopart übernommen.

Der Männerkammerchor kümmerte sich um die wichtigen Dinge des Lebens: Wein, Feiern, Liebe und Geselligkeit. Darauf verstand sich schon im 16./17. Jahrhundert Erasmus Widmann mit dessen Choral „Wohlauf ihr Gäste“ die Kammersänger ihre Philosophie begründeten. Beim „Klinge lieblich und sacht“ einem Ständchen vor der Liebsten Fenster von Ernst Ketterer wurde mancher der Protagonisten voller Inbrunst an die eigene Jugend erinnert. „Wein und Liebe“ wer könnte dies besser beschreiben und besingen als Franz Schubert. Diese Art Wohlfühlprogramm, wie es Klaus Müller nannte, wurde vom exzellenten Klang ausgesuchter Stimmen perfekt übermittelt. Die Frauen gesellten sich zu den Männern und bildeten nunmehr bei der romanischen Sequenz des Abends und den Liedern „Es geht ein Wehen“,von Brahms, dem „Herbstlied“ von Mendelssohn Bartholdy und „Zigeunerleben“ von Schumann eine wunderschöne Einheit von höchster Güte.

Der Männerchor unter dem auch etliche junge Sänger auffielen, ist ein Klangkörper, mit bestem Stimmenmaterial, sicher im Ton und Takt, gut akzentuiert in der Aussprache. Kraftvoll besang man die Naturgewalten („Landerkennung“ von Edward Grieg), und zart und einschmeichelnd die Schönheit der Welt und des Lebens, mit „Im Abendrot“, „Nachtgesang im Walde“, (Schubert),„Schöne Nacht“ (Quirin Riesche), und „Schäfers Sonntagslied“ von Kreutzer. Die Handschrift die alle Erwachsenenchöre des Frohsinn während der 30 jährigen Tätigkeit von Musikdirektor Richard Trares geprägt hat, fühlte, hörte und merkte man bei jeder Zeile jeder Silbe und vor allem bei allen Tönen und machte den Frohsinn zu dem hoch qualifizierten Klangkörper den man am Samstag erlebt hat.

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Text und Fotos: Frieder Scholtes