Liederabend 2014


Vereinschöre des „Frohsinn“ Kirrlach boten abwechslungsreiches Konzertprogramm

Wunderbare Modulation aller Stimmen
Sicher darf man davon ausgehen, dass auch Eva im Paradies schon gesungen hat – allerdings natürlich nur solistisch. Doch von ihren Geschlechtsgenossinnen in der Antike, im Altertum und in den frühen Hochkulturen weiß man, dass sie besonders im kultischen Bereich auch im Chor gesungen haben, bis dann im Christentum, mit Ausnahme der Frauenklöster, für Jahrhunderte der Frauengesang zurückging. Erst mit dem Aufbruch des Bürgertums etablierten sich die ersten Frauenchöre. Und heute sind es bundesweit die Frauen, die dafür sorgen, dass es in der Chorwelt aufwärts geht.

Diesen Weg geht der Frauenchor des „Frohsinn“ Kirrlach nunmehr schon seit 40 Jahren mit beachtenswertem Erfolg mit. Der stattliche Chor hat sich bereits 2001 und in der Wiederholung 2009 mit dem Titel „Meisterchor“ die höchste vom Badischen Chorverband zu vergebende Auszeichnung ersungen. Chorleiter Richard Trares, der auch am Klavier begleitete, hatte für diesen Geburtstags-Liederabend ein facettenreiches Programm der verschiedenen Chorgattungen des Vereins zusammengestellt. Es kam klassisch-traditionell daher, aber auch zeitgemäß-modern, war thematisch vorwiegend der Jahreszeit verpflichtet, und es kamen in jedem Vortragsblock mit Kompositionen von Händel, Schubert, Rheinberger und Holst immer wieder in vertrautem Klang gern gehörte Chorwerke zum Vortrag. Die Frohsinn-Chöre zeigten dabei eine wunderbare Modulationsfähigkeit aller Stimmen; ganz ausgezeichnet war die dynamische Ausarbeitung, die Artikulation und Textdeutung und der musikalische Vortrag. Die Programmfolge eröffnete der Jugendchor „Polyphonics“ - Leitung und Klavier: Bernd Schmitteckert - mit drei Songs aus den englischen Charts früherer Jahre. Die jungen Singenden beeindruckten vor allem durch ihre rhythmische, dynamische und sprachliche Präzision.

Mit dem Gospel „When The Lord“ (Solist: Bertram Scholtes) und einem Adventslied sang sich anschließend der Männer-Kammerchor mit Oliver Schneller als Solist in die Herzen der Zuhörer und servierte mit Schuberts „Gondelfahrer“ einen wahren Ohrenschmaus. Der gemischte Kammerchor besang in Weisen von Riedel, Holst und dem Schweden Aberg (Solistin: Edna Mayer) in beeindruckender Weise die weihnachtliche Winterzeit. Der jubilierende Frauenchor hat sich die Literatur für die beiden Programmblöcke selbst ausgesucht und ergänzte damit zugleich in treffender Weise die intendierte stilistische und inhaltliche Programmlinie. Da waren ein zeitgenössisches Kyrie und weitere Sakralgesänge, der fast himmlisch erfundene „23. Psalm“ von Schubert und der Welthit „White Christmas“ von Irving Berlin. Überaus beeindruckend kam die Botschaft des „Hallelujah“ von Leonhard Cohen über die Zuhörer. Das Konzertfinale blieb dem nochmals in seiner traditionellen Aufstellung auftretenden Frohsinn-Männerchor vorbehalten. Da war zunächst das in klangstarker Stimmgewalt und in technischer Perfektion dargebotene „I will praise“ des Estländers Nystedt und Schuberts ewig schönes „Im Abendrot“, um dann mit dem Gospel „Whisper, whisper“ (Solisten: Felix und Linus Müller) einen wunderbaren Liederabend in zartem Piano besinnlich ausklingen zu lassen, wofür die Zuhörer lang anhaltenden Beifall spendeten.

Rudolf Rolli (Mit freundlicher Genehmigung der BNN)

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