Sakrale Chormusik: Harmonisches Miteinander


Herausragendes Palmsonntagskonzert in der Kirrlacher Pfarrkirche Geistliche Musik aus verschiedenen Epochen

Zu einem außergewöhnlichen kirchenmusikalischen Ereignis ist das Kirchenkonzert am Palmsonntag in der vollbesetzten Kirrlacher Pfarrkirche geworden, das die eh schon hohen Erwartungen noch übertroffen hat. Ein Konzert, das geistliche Musik aus verschiedenen Epochen umspannte und durch seine Intensität und Eindringlichkeit Mitwirkende und Zuhörer in einem umfassenden Gotteslob zusammengeführt hat.

Eingeladen hatten der herausragend besetzte Männerchor Kirrlach und der Frauenchor des Frohsinn Kirrlach, Meisterchor im Badischen Chorverband, beide unter der Leitung von Richard Trares, der auch für die Programmgestaltung verantwortlich zeichnete. Gekonnt und stilecht eröffnete Chorleiter Trares auf der Orgel mit einem „Prélude“ von Ambroise Thomas das Konzert. Dann bestach der Männerchor durch eine enorme Präzision bei der Intonation, mit schlaggenauen Einsätzen, klarer Artikulation und ausgezeichneter Dynamik bei der Wiedergabe zweier Chorwerke aus der Zeit der Renaissance: das doppelchörige „Popule Meus“ von T. L. Victoria und das bekannte „O bone Jesu“ von M. A. Ingegneri sowie das stilverwandte „Cristo resusciti“ (Chorsolist Felix Müller) des Zeitgenossen Gianni Malatesta und ließ dabei die künstlerische Strenge und Emotion dieser Musik zu harmonischer Einheit von tiefer Eindringlichkeit und verhaltenem Ausdruck werden. Von gleicher musikalischer Homogenität und Expressivität waren auch die Chorlieder im Schlussteil des Konzertes mit Beiträgen aus dem reichhaltigen Schatz der traditionellen Männerchorliteratur. Werke, die die unverkennbare Klangfülle und das besonders im Piano angenehme Klangvolumen des Chores aufblühen ließen. Das waren „Der Tod und das Mädchen“ von Kurt Lißmann, „Wo warst du“ (Chorsolist Peter Schmitteckert) von W. Siegler-Legel, „When the Lord says come“ (Chorsolist Bertram Scholtes) und das virtuos-rhythmische „Soon Ah Will Be Done“ von W. L. Dawson. Im Mittelpunkt des Konzertes stand mit der Messe für zwei Soprane, Frauenchor und Klavier (Richard Trares) von Peter Cornelius ein eindrucksvolles Chorwerk der Romantik mit den Teilen Kyrie, Gloria, Sanktus, Benediktus und Agnus Dei.

Dabei zeigten die Damen nachhaltig die hohe Schule der Chortechnik und glänzten mit einem modulationsfähigen Klang von intensivem Ausdruck, jedoch stets weich und unaufdringlich. Die unterschiedlich in Harmonie, Rhythmus, Dynamik und Ausdruck gesetzten Messeteile erfuhren eine ausgezeichnete Darbietung, wobei die Damen darüber hinaus eine innere Einstellung zur gesungenen Thematik spürbar werden ließen. Einen großen Anteil am Gelingen der Messe hatten auch die beiden Solistinnen Helena Donie und Katharina Färber, sie konnten demonstrieren, wie vorzüglich ihre sängerischen und wie vielfältig ihre gestalterischen Möglichkeiten sind, ihre Stimmen entfalteten sich schlank und transparent. Die Aufführung der Messe lebte auch davon, dass alle Beteiligten das gemeinsame harmonische Miteinander in den Dienst ihrer Interpretation stellten. Der Messe ließ der Frauenchor noch ein „Miserere“ von Piotr Janczak und ein „Ave Maria“ von Luigi Cherubini folgen. Zu einem fulminanten Finale vereinten sich beide Chöre und sangen in klanggewaltiger Vielstimmigkeit von Norman Ramsay „Blessing Of Aron“ und beendeten ein Kirchenkonzert mit herausragenden Leistungen und einem begeisterten Publikum, das den Mitwirkenden mit lang anhaltendem Beifall und Standing Ovations dankte.

Rudolf Rolli (Mit freundlicher Genehmigung der BNN)

  sakrale chormusik Sakrale Chormusik  
  sakrale chormusik Sakrale Chormusik