Meisterliche Stimmen und Instrumente


Frohsinn Kirrlach sang „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi in Kirrlachs Kirche

Das Eröffnungskonzert zum Jubiläum des „Frohsinn“ Kirrlach in der voll besetzten Pfarrkirche ist zu einem nachhaltigen Musikgenuss geworden. Aufgeführt wurde die „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi, ein monumentales Klanggebäude, das in seiner zeitgegebenen Opernhaftigkeit dennoch kirchliche Musik von höchstem geistlichem Ernst mit erschütternder Ausdruckskraft des Textes ist. Eindringlich wird die Demut vor der Majestät des Todes, dem Schuldbewusstsein gegenüber einer höchsten Macht und der Hoffnung auf eine durch Bitten zu erlangende Erlösung dargestellt. Dabei bedient sich Verdi eines umfassenden Aufgebots aller musikalischer Klangmittel und schafft ein vielgegliedertes Kolossalgemälde im kontrastreichen Spannungsfeld von Tod und Erlösung.

Ein solches Werk verlangt von den Ausführenden ein Höchstmaß an Singvermögen, instrumentalem Können, Gestaltungskraft und Konzentration, was Solisten, Chor, Orchester und Dirigent aufs Vorzüglichste gelungen ist. Der Große Frohsinn-Chor, Meisterchor im Badischen Chorverband, bot auch hier im Kontext höchster Ansprüche eine meisterliche Leistung. Von Chorleiter Richard Trares, der mit sicherer Hand die Aufführung leitete, intensiv vorbereitet, glänzte der Chor mit voluminöser Klangfülle und ausgewogenem Klangbild, mit Präzision, tadelloser Disziplin und besonders mit einem immensen Dynamikumfang, vom fast verhauchten Unisono-Chor bis zur vielstimmigen Klangpracht einer virtuosen Doppelfuge.

Meisterlich präsentierte sich auch das hochkarätig besetzte Solistenquartett mit Carolin Samuelis Overmann (Sopran) , Wioletta Hebrowska (Mezzosopran), Svetislav Stojanovic (Tenor) und Hans-Josef Overmann (Bass), die in ihren Solobeiträgen, im Ensemble und im Zusammenwirken mit dem Chor restlos überzeugten; besonders beeindruckend die sichere Balance zwischen opernhaftem Glanz in den Tuttiteilen und lyrisch zurückhaltender Eindringlichkeit in den meditativen Abschnitten.
Als professionell aufspielender Instrumentalpartner erwies sich die Junge Süddeutsche Philharmonie Esslingen. Verdi hat mit einem Aufgebot aller Klangmittel den Vokalteil mit der ganzen Pracht und Farbenglut des romantischen Orchesters untermalt, was die Musiker uneingeschränkt in klangliche Homogenität und auch Expressivität umgesetzt haben. Das Werk klingt fast überirdisch mit der im Pianissimo ersterbenden Erlösungsbitte „Libera me - erlöse mich" aus, was die Zuhörer zu Augenblicken der Stille bewog, bevor sie stehend mit langanhaltendem Beifall ihre Begeisterung kundtaten.

Rudolf Rolli (Mit freundlicher Genehmigung der BNN)


Verdi Requiem 2012 Verdi Requiem 2012
Fotos: Jürgen Vogelbacher. Klicken Sie zur Vergrößerung auf die Bilder.