Schweizer Feldmusiker im heißesten Ort Deutschlands
Ein Platzkonzert bei 41 Grad im Schatten ist eine Herausforderung. Auch in weiterer Hinsicht wurde der Auftritt der begeistert gefeierten „Feldmusik Baar“ aus der Schweiz zu einem Höhepunkt, nicht mur rekordtemperaturmäßig. Wegen der Hitzewelle hatte das in der Rheintalhalle vorgesehene große Abschiedskonzert für Richard Trares – 57 Jahre lang erfolgreicher Chorleiter, davon 43 in Kirrlach – kurzfristig abgesagt werden müssen. Als kurzfristiger Ersatz und als angemessene Entschädigung zeigten die für das Konzert angereisten Blasmusiker unter Leitung von Sohn Yannick Trares ihr hohes Leistungsvermögen.

Auf dem „Platz am Kreuz“ mit der neu eröffneten Gastronomie durften die knapp 60 Instrumentalisten sozusagen auch die Einweihung musikalisch übernehmen und ihr mit viel Applaus bedachtes Können unter Beweis stellen. Seit wenigen Tagen sei der junge Trares auch im Besitz eines Doktortitels, gab Männerchorsprecher Klaus Müller bekannt und gratulierte. Trotz aller Hitze war die Ortsmitte voll besetzt. Einige Zuhörer nutzen den Springbrunnen, um die Füße hineinzustellen und sich abzukühlen.
„Wir freuen uns, heute im heißesten Ort Deutschlands spielen zu dürfen“, meinte süffisant der Sprecher der Feldmusiker. Deren Repertoire passte sich teils den Temperaturen an, darunter das Samba-Stück „Brazil“ und das „Zündhölzl“ bis zur „Viazga Polka“ und „Funiculì, Funiculà“. Unter Richard Traes, übrigens für ihn der letzte öffentliche Auftritt in Kirrlach, wie er bekundete, begleiteten seine Sängerinnen und Sänger die Schweizer Nationalhymne in vier Strophen. Zum würdigen Finale überraschten die Eidgenossen mit dem „Hoch Badnerland“.
Seit 2021 dirigiert der gebürtige Kirrlacher in der 25.000 Einwohner starken Gemeinde Baar „äußerst kompetent“ – wie er dort gelobt wird – das Orchester, mit dem er schon etliche Erfolge feierte. „Wir wollen mit abwechslungsreicher und vielfältiger Musik begeistern. Unser Markenzeichen ist die Marschmusik mit Evolutionen, mit der wir auch Festumzüge bereichern“, schreiben die Schweizer auf der Homepage. Ihr ältestes Mitglied ist 79 Jahre alt, das jüngste 18 und der Durchschnitt liegt bei 44 Jahren. (W.Schmidhuber)









